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Wer häufiger mal einen Blick über den Gartenzaun wirft, wird feststellen, dass die gleiche Pflanzenart das eine Mal eher langweilig wirkt, während sie in einer anderen Kombination für echte Wow-Effekte sorgt. Woran liegt das?

Standortansprüche

Die Pflanzen müssen in eine Wechselwirkung miteinander treten. Einen ersten Hinweis darauf, was zusammenpasst und was nicht, liefert oft der Standort der Pflanzen – also ob sie beispielsweise Sonne oder Schatten bevorzugen und lieber trockenen, feuchten, nährstoffarmen oder nährstoffreichen Boden mögen. Stauden gedeihen am besten und machen am wenigsten Arbeit, wenn sie auch im Garten entsprechend ihrer Standortansprüche stehen dürfen. Also am besten erst gucken, wie die Licht- und Bodenverhältnisse am zu bepflanzenden Platz sind, und dann die dazu passenden Stauden auswählen. Im Umkehrschluss bedeutet das: wenn die Pflanzen in erster Linie nach gestalterischen Gesichtspunkten zusammengestellt werden, beispielsweise nach ihrer Wuchshöhe, Farbe und Blütezeit, benötigt die Staudenrabatte intensivere Pflege.

Kontraste

Die Grundprinzipien für eine gelungene Beetgestaltung gelten jedoch in beiden Fällen: Farben müssen miteinander harmonieren. Aber genauso wichtig sind Blatt- und Blütenform und Struktur der Pflanzen im Ganzen. Erst durch Kontraste wird eine Pflanzung lebendig. Übertreiben darf man es allerdings auch nicht. Die beste Wirkung im Beet erzielt man, indem man sich bewusst für einige schöne Leitstauden entscheidet und diesen passende Begleitstauden zuordnet. Für die optische Verbindung der Pflanzung sorgen Füllstauden. Leitstauden sind in der Regel die imposantesten Pflanzen im Beet. Die niedrigeren Begleitstauden tragen entscheidend zur Farbharmonie bei und erfüllen oft auch noch praktische Funktionen, indem sie beispielsweise höhere Stauden stützen. Die Füllstauden halten die ganze Pflanzung zusammenhalten – sie sind sozusagen der „grüne Faden“. Eine klassische Füllstaude für sonnige Standorte ist zum Beispiel der Frauenmantel (Alchemilla). Seine graugrünen Blätter und die gelbgrünen Blüten harmonieren mit vielen verschiedenen Pflanzen. Im Halbschatten sind kleinere Purpurglöckchen (Heuchera), Immergrün (Vinca) oder die Dreiblättrige Waldsteinie (Waldsteinia ternata) eine gute Wahl.

Ganzjährig attraktiv

Gelungene Pflanzungen sollten ganzjährig abwechslungsreich gestaltet sein. Wählen Sie Leitstauden mit unterschiedlichen Blütezeiten und dazu passende Begleitstauden aus. Diese verschiedenen Gruppen werden im Beet kombiniert. Frühblühende Arten sollten dabei eher im vorderen Bereich angeordnet werden, da sie in der Regel niedriger sind und damit sich die späteren Arten im Hintergrund in Ruhe entwickeln können. Nicht vergessen: Auf der ganzen Fläche Zwiebelblumen für die Frühjahrsblüte verteilen und immer wieder Pflanzen einstreuen, die auch im Winter etwas hermachen – entweder immergrüne Arten oder solche, deren Blütenstände auch im trockenen Zustand noch attraktiv sind.

Raritäten

Wer mit zunehmender Gartenleidenschaft nach echten Staudenraritäten sucht, die im Gartencenter nicht zu bekommen sind, dem hilft ein Blick ins Internet, denn viele Staudengärtnereien bieten dort Spezialsortimente an. Auch auf den zahlreichen Pflanzenmärkten, die vom Frühling bis in den Herbst hinein vielerorts stattfinden, sind viele Staudenspezialisten anzutreffen. Und man bekommt zur lang ersehnten Wunschpflanze gleich noch die passenden Pflege- und Gestaltungstipps – denn das gilt auch für Raritäten: Nur unter den richtigen Standortbedingungen und in guter Gesellschaft kann sich ihre Schönheit voll entfalten. Quelle: GMH/BdS

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